Schnitttechniken in der Postproduktion

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Geschrieben von Team Onpräs

Dezember 16, 2020

Kurzbeschreibung

Schon bei dem Blog-Artikel “Postproduktion” gab es unter dem Punkt “Sequenzen ordnen und schneiden” ein kleines Preview auf die Schnitttechniken. Einem solch wichtigen Thema für die Filmproduktion muss allerdings ein eigener Blog-Artikel gewidmet werden.

Was passiert beim Schnitt im Film und wieso? Ein Auszug.:

Ganz allgemein, verleiht man mit Schnitttechniken dem Film eine individuelle Charakteristik.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, derer man sich bedienen kann.

Das Überblenden

Hierbei wird das alte Bild (innerhalb des laufenden Films) durch ein neues Bild in fließendem Übergang ersetzt. Es wird “überblendet”.

Auf diese Weise kann die Suggestion räumlich und/oder zeitlich getrennter Ereignisse lebensecht erzeugt werden.

Der diffuse Schnitt

Spannung aufbauen – kann nicht nur die Handlung. Die Schnitttechnik des sogenannten “diffusen Schnitts” kann hier ebenfalls einiges ausrichten.

Häufig wird diese Methode angewendet, um einzelne Einstellungen zu verbinden. Charakteristisch ist, dass hier die Einstellung kein konkretes Blickzentrum mehr präsentiert, was dazu führt, dass der Zuschauer sozusagen “leer” ins Bild blickt und damit sehnsüchtig die nächste Szene erwartet.

Typische Motive für einen solchen diffusen Schnitt, der auch natürliche Blende genannt wird, sind neutrale Bildinhalte wie Laub, Wasser oder Himmel.

Die Akustische Klammer

Hier werden mehrere Szenen akustisch miteinander verbunden. Das bedeutet, dass beispielsweise unterschiedliche Orte innerhalb der Szene gezeigt werden, die aber alle von derselben Musik begleitet, eingeklammert werden.

Wichtig – nicht verwechseln mit “audio advanced”. Hier soll der Übergang von einer Szene zu der anderen sanfter gestaltet werden, weswegen in einem Interview zum Beispiel schon vor dem Bild einige Worte zu hören sind.

Oder ein Beispiel aus dem Spielfilm-Genre:

Der Beginn eines jeden James Bond. Hier hört man zuerst die charakteristische Melodie, während das Bild für einen Bruchteil einer Sekunde noch schwarz ist. Erst dann wird der “Einlauf” des Protagonisten auf die typische Art und Weise gezeigt.

Am häufigsten aber, wird diese Schnitttechnik verwendet, wenn ein Erzähler durch die Handlung führt.

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Match Cut

Zu sehen in unserem Film für das ZBS, der kürzlich veröffentlicht wurde.

Der Match Cut läuft folgendermaßen ab: Am Ende einer Szene wird eine bestimmte (meist vorher abgesprochene) Bewegung eines Schauspielers genutzt, um damit in die nächste Szene einzusteigen. Insbesondere bei “Speedramps” (= Veränderung der Geschwindigkeit der Bildfolgen dynamisch von schnell zu langsam zu schnell, um den Fokus des Rezipienten zu halten) wird das gerne genutzt.

Ein weiteres Beispiel: Der Kameraschwenk nach links endet in einer Einstellung und beginnt nach dem Schnitt wieder mit einem Kameraschwenk nach links.

Der unsichtbare Schnitt

Dieser wird im Englischen oft als “seamless transition” bezeichnet.

Er gilt als sehr aufwendige Schnittart, weil geschnitten werden muss, ohne, dass der Zuschauer es mitbekommt.

Dafür muss der Schnitt im Vorhinein exakt geplant und schon innerhalb der Dreharbeiten eingebracht werden.

Der Splitscreen

Die vielleicht bekannteste oder am leichtesten zu identifizierende Schnitttechnik: der Splitscreen. Hierbei wird, wie der Name schon sagt, der Bildschirm aufgeteilt.

Somit können Ereignisse parallel gezeigt werden. Räumliche und/oder zeitliche Ähnlichkeit innerhalb der Handlung kann auf diese Weise optimal zur Schau gestellt werden.

Die Plansequenz

Die letzte hier vorgestellte Schnitttechnik ist die Plansequenz. Sie beschreibt eine fortlaufende Sequenz ohne jeglichen Schnitt. Klingt sehr simpel, ist es aber nicht.

Da hier nämlich nicht nur eingegriffen werden muss, sondern auch nicht eingegriffen werden darf, ist es zwingend erforderlich die Szene akribisch zu planen und sie in mehreren Anläufen zu perfektionieren.

Fazit

Der Schnitt ist einer der absolut zentralsten Punkte bei der Produktion eines Films. Die verschiedenen angewendeten Schnitttechniken entscheiden dabei maßgeblich über Zeitaufwand und Kosten, allerdings auch über die Qualität sowie sorgfältige Bearbeitung des Produkts.

Was aber immer im Vordergrund steht: Die perfekte Mischung aus kostengünstiger Produktion und unabdingbarer Sorgfalt.

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